Qualitätssicherung von Websites

Wie man weiss, ist die Erstellung einer Website ein umfangreicher Prozess: Ziele festlegen, Konzept erarbeiten, Inhalte verfassen, Designen, Testen, Programmieren, usw... hier wird - Gott sei Dank - viel investiert.

Die Zeit nach der Fertigstellung wird aber, bei kleinen aber auch größeren Websites, gerne manchmal vernachlässigt. Und das führt zu Problemen.

Natürlich gilt: umso mehr in Zielsetzung, Planung und Konzeption investiert wird, umso größer sind die Chancen auf eine gute und nachhaltige Weblösung. Jedoch jede frisch geborene und noch so gut durchdachte Website, bedarf laufender Wartung & Pflege, die über monatliche News-Postings hinausgeht. Qualitätssicherung ist ein laufender Prozess: eine Website samt Inhalten, Design und Funktion muss regelmäßig überprüft, hinterfragt und optimiert werden, wenn sie funktionieren soll.

Hier einige Gedanken zur Verbesserung des Lebenszyklus einer Website:

Inhalt & Wartung

Inhalte online zu pflegen stellt heute keine grosse technische Hürde dar. Schwieriger wird es aber bei:

  • Aktualität und Relevanz von neuen (und auch alten) Inhalten
  • Regelmäßigkeit
  • Zuständigkeit

Oder auch: Wer macht was und wann - oft sind die nötigen Ressourcen zur „Webredaktion“ unzureichend vorhanden bzw. die Rollen nicht ausreichend definiert. Auf lange Sicht heißt das: die Erwartungshaltung an die Website können nicht erfüllt werden, da Inhalte, nachdem sie erstmal (endlich!) online sind, stiefmütterlich behandelt werden. Dabei sind Websites eigentlich dazu da, Inhalte zu vermitteln. (passend zum Thema der amüsante Artikel „Vom Text und Zutexten“ von Andreas Dölling). Also: Inhalte erst nehmen. Im Fall des Falles weniger davon, dafür aber aktuell und relevant.

Usabilty & Design

Wie kommen meine Besucher mit der Website zurecht? Gibt es im laufenden Betrieb Situationen, die bei der Konzeption nicht berücksichtigt wurden? Einige Schwachstellen in Struktur oder Navigation, zeigen sie sich manchmal erst nach einigen Wochen „Betriebszeit“. Diese gilt es zu identifizieren und ausmerzen.

Wie finden sich diese Stellen?
Als erste und wichtigste Maßnahme sehe ich den regelmäßigen Blick auf die Zugriff-Statistik: Welche Seiten lesen meine Besucher oft? Welche nicht? Werden vielleicht zuvor als „wichtig“ eingestufte Inhalte weniger aufgerufen als andere? Die stetige Beobachtung kann hier Antworten geben und wiederum eine Grundlage liefern um Navigation, Struktur oder Inhalt zu verbessern. Natürlich sollte hier klug und mit Fingerspitzengefühl entschieden werden, bevor man in bestehende Sites eingreift – aber auch schon mit kleinen Schritten, lässt sich viel erreichen.

Zweitens: User-Feedback ermöglichen und Ernst nehmen. Jede kritische Erfahrung eines Users sollte in diesen Verbesserungsprozess einfließen.

Drittens: Sich immer wieder die Frage stellen: „Wie benütze/lese/arbeite ich mit Websites gerne?“

Technologie

Moderne Websites haben viel Technologie unter der Haube: Content Management Systeme, Datenbanken, Bestellvorgänge und andere Prozesse, Flash Anwendungen, Newsletter etc. Auf einige davon hat man als Website Betreiber Einfluss – auf andere nicht, wie etwa verwendete Browser-Versionen oder Bildschirmauflösungen.

Wichtig in diesem Zusammenhang sind:

  • Kompatibilität Browser-Versionen, Plug-Ins und vieles mehr ändern sich laufend. Während Updates natürlich prinzipiell zu begrüßen sind, kann es schon mal passieren, dass zb.: die neueste Explorer Version zu unliebsamen Überraschungen in der Darstellung oder Funktion der Website führt, die es in früheren Versionen nicht gegeben hat.
  • Konformität/Validität Hat man sich für eine barrierefreie oder webstandards-konforme Website entschieden, dann sollte man die Einhaltung dieser Standards auch sicherstellen – gerade bei CMS-basierten Websites, die von mehreren Redakteuren bearbeitet werden.
  • Software und Sicherheit Laufende Updates der Softwarekomponten, wie zb.: von Content Management Systemen, Weblogs, Foren oder Newsletter Applikationen sind entscheidend für Stabilität und Sicherheit der Anwendung.
  • Suchmaschinen-Optimierung (SEO) Laufende Analyse der Besucher-Quellen anhand von Zugriffs-Statistiken (siehe oben), Herstellen von aussagekräftigen Seiten-Titel, durchgängige interne Verlinkung, Verwendung von Schlüsselwörtern in Inhalten, Linkpopularität, etc.
  • Schnelligkeit der Site

Wie immer sind das nur Anregungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Mit Sicherheit kann man diese Liste endlos fortsetzen, sowie um weitere Prozess-Aspekte, wie z.b.: Antwortzeit und Qualität von E-Mail Anfragen, ergänzen.

Von Andreas Spannbauer am 12.12.2007